IG Metall Chemnitz
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05.12.2019, 15:12 Uhr

Maschinenbaukonferenz der IG Metall Chemnitz

Transformation im regionalen Maschinenbau braucht die Beteiligung der Beschäftigten

  • 25.01.2019
  • Aktuelles, Bildergalerie, Betriebsräte / Vertrauensleute

Auf Einladung der IG Metall trafen sich unter dem Titel „Eine starke Branche solidarisch gestalten“ am 24. Januar 2019 Betriebsräte und Interessierte aus Chemnitzer Maschinenbauunternehmen, um die Situation der Branche in der Region zu diskutieren.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Maschinenbaukonferenz

Wolfgang Lemb, Vorstandsmitglied der IG Metall

Mario John, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz

Ralf Hron, DGB, Mario John und Wolfgang Lemb, beide IG Metall, bei der Diskussion mit Abgeordeten Detlef Müller

Betrieberäte stellen Beispiele für "Gute Arbeit" aus ihren Betrieben vor

Grußworte von Ralf Hron, DGB Region Südwestsachsen

Diskussion mit Stefan Brangs, Staatssekretär und Sören Uhle, Geschäftsführer CWE Bilder: Igor Pastierovic

Zu Beginn der Veranstaltung machte Wolfgang Lemb, für die Branche zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, deutlich: "Der Maschinenbau ist eine bedeutende Schlüsselindustrie, wenn es darum geht, in Zeiten der Transformation Beschäftigung zu sichern und sich den Herausforderungen einer sich wandelnden Globalisierung und dem demographischen Wandel zu stellen. Eine gute Mitbestimmungskultur und ein starker Betriebsrat ist eine wesentliche Voraussetzung hierfür."

Mario John, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz, stellte zur Begrüßung fest: "Auch wenn der Maschinenbau wirtschaftlich zurzeit gut dasteht, haben einige Betriebsräte aus der Region mit Umstrukturierungen zu kämpfen. Deshalb ist das Engagement unserer Betriebsräte in unseren Maschinenbauunternehmen so wichtig, die sich Tag für Tag für Beschäftigungssicherung und "Gute Arbeit" einsetzen."

Im Maschinenbau sind bundesweit deutlich über eine Million Menschen beschäftigt - mit steigender Tendenz. Damit ist der Maschinenbau die beschäftigungsstärkste Industriebranche, noch vor der Automobilindustrie. Insgesamt könne die Bedeutung des Maschinenbaus für den Wirtschaftsstandort Chemnitz nicht hoch genug eingeschätzt werden", unterstrich John die Relevanz der Branche für Beschäftigung und Gute Arbeit in Chemnitz.

Bezogen auf neue Geschäftsmodelle im Rahmen der Digitalisierung betonte Wolfgang Lemb: "Der Maschinenbau darf den Anschluss an die digitale Transformation nicht verpassen. Internet-Giganten und IT-Konzerne stehen bereits in den Startlöchern, um sich mit ihren Plattformen zwischen den Maschinenbau und seine Kunden zu drängen."

Um die Branche auf zukunftsfeste Beine zu stellen, forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung insbesondere ein Umdenken in der Personalpolitik vieler Unternehmen. Bundesweit könnten mehr als 80 Prozent der Betriebsräte aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Personalplanung im Betrieb kein gutes Zeugnis ausstellen, erläuterte Lemb ein zentrales Ergebnis einer Betriebsrätebefragung in der Branche. Besorgniserregend sei außerdem die hohe Belastung der Beschäftigten. In fast 50 Prozent der Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus würden zurzeit Sonderschichten gefahren. Mehrarbeit finde sogar in 85 Prozent der deutschen Maschinenbauunternehmen statt, so Lemb weiter.

IG Metall und Betriebsräte diskutierten abschließend mit Stefan Brangs, Staatssekretär im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, sowie Sören Uhle, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE), die Herausforderungen des Maschinenbaus. Alle Beteiligten bekräftigten die Bedeutung des Maschinenbaus und vereinbarten, ihren Teil für eine langfristig positive Entwicklung der Branche in der Region beizutragen.

Zusammen mit ihren Betriebsräten geht es der IG Metall dabei um die Gestaltung der Transformation im Sinne der Beschäftigten. Dafür seien Investitionen in das Rückgrat der Branche, nämlich die Beschäftigten, notwendig. Darüber hinaus müssten Betriebsräte auch bei Fragen der Personalplanung und neusten Trends bei der Prozess- und Produktdigitalisierung mehr beteiligt werden.


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