IG Metall Chemnitz
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17.12.2018, 05:12 Uhr

Tarifrunde IAV

Beschäftigte bei Entwicklungsdienstleister IAV legten zeitweise die Arbeit nieder

  • 30.05.2018
  • Aktuelles, Bildergalerie

Der erste Warnstreik in der Geschichte der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) war ein Erfolg: In Chemnitz gingen Mittwoch rund 250 Beschäftigte des Entwicklungsdienstleisters in den Warnstreik, bundesweit beteiligten sich über 3500 IAVler.

Beschäftigte von IAV treffen sich zum Warnstreik in Chemnitz (Foto: Igor Pastierovic)

Es ist Zeit für einen Tarifabschluss (Foto: Igor Pastierovic)

Redner, Unterstützer und helfende Hände (Foto: Igor Pastierovic)

Auch die Dresdener Beschäftigten bei IAV haben sich beteiligt (Foto: privat)

Etwas war anders als sonst. Wo sonst Autos stehen, waren heute rote Pavillons. Aus einer Lautsprecheranlage ertönte schon Musik. Die Gewitterwolken am Chemnitzer Morgenhimmel lösten sich nach und nach auf. Ein langgezogenes Absperrband teilte den Parkplatz vor dem Gebäude der IAV in Chemnitz in zwei Teile.

"Genau so will die Geschäftsführung die Neuen und die berufserfahren Ingenieure künftig beim Einkommen trennen. Das machen wir nicht mit. Das Geschäft unserer IAV lebt vom Teamgeist", so Metaller Ingo Lath zu den Aufbauhelfern.

Es war kurz vor 9 Uhr. Vereinzelt oder in kleinen Gruppen kamen die Beschäftigten vor die Eingangstür. Langsam füllte sich die abgesperrte Seite des Parkplatzes. "Wer will eine Trillerpfeife, ein IG Metall Base Cape, wer will ein T-Shirt?", wurden die Ankommenden gefragt. Eine Antwort war: "Ein himmelblaues T-Shirt ziehe ich niemals an." Kurz stockte die Fragestellerin. Als schnell klar war, dass es da eher um die rivalisierenden Fußballclubs Chemnitzer FC und den Veilchen von Erzgebirge Aue, als um den Warnstreik ging, organisierten die Ingenieure ihren ersten Warnstreik weiter.

Mittlerweile war auch der Bus mit Beschäftigten aus dem Stollberger IAV-Standort angekommen. Sie reihten sich in die Reihen der Warnstreikenden ein. Auch Betriebsräte vom benachbarten Motorenwerk des Volkswagenkonzerns unterstützten die IAVler.

So oft streiken Ingenieure nicht: Beim ersten Warnstreik in der Unternehmensgeschichte von IAV waren aber gleich 250 Beschäftigte, ausgestattet mit roten Weckern und Trillerpfeifen, dabei. Viele von ihnen Ingenieure. Nach Bockwurst und Kaffee informierten Metaller der IAV zur aktuellen Situation in der Tarifrunde.

René Utoff, Betriebsrat im VW-Motorenwerk, überbrachte die solidarischen Grüße der Chemnitzer VW Belegschaft. Ingo und Jens, sonst Betriebsräte bei IAV, verlasen ein Anschreiben der Geschäftsführung an die Belegschaft zum nahenden Warnstreik in einem Rollenspiel. So konnten sie den Inhalt gleich kommentieren und Antworten geben. Den Warnstreikenden, hat es gemessen an der Zustimmung, gut gefallen.

Weitere Redner schlossen sich an. Alle bestätigten: Ein Premiumentwicklungsdienstleister wie IAV braucht die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und der viel beschworene Teamgeist bei IAV, ist ein Erfolgsgarant und braucht gleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit, egal ob neu oder schon lang dabei.

Die zwei Stunden vergingen wie im Flug vorbei. "Es war ein toller erster Warnstreik. Ob er reicht, dass wieder Bewegung in die Tarifrunde bei IAV kommt, kann ich nicht versprechen. Aber wenn wir weiter so zusammen, wenn wir weiter zulegen, bekommen wir was hin" so Anne Zeumer, Gewerkschaftssekretärin.

Insgesamt beteiligten sich über 3500 Beschäftigte in Gifhorn, Berlin, Chemnitz und München.

Weitere Informationen auch zu den Warnstreiks an den anderen Standorten unter anderem:

Giffhorn: www.igmetall-wob.de/meldung/hohe-beteiligung-an-warnstreik-bei-iav/

Berlin: www.igmetall-berlin.de/aktuelles/meldung/500-berliner-iav-beschaeftigte-im-warnstreik/

Berichterstattung

Freie Presse, 31. Mai 2018

Sowie auch auf www.igmetall.de


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