Jugend

Was machen eigentlich Gewerkschaften? Akademischer Dialog an der Fachhochschule Mittweida

27.05.2026 | Was steckt hinter gewerkschaftlicher Arbeit und welche Rolle spielen Gewerkschaften heute vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Spaltungen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gastvortrags an der Hochschule Mittweida am 27. Mai im Rahmen des „Akademischen Dialogs“. Vor Studierenden der Medienfakultät zeichnete Jenny Pollow, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen, ein vielschichtiges Bild der Aufgaben und Wirkungsfelder von Gewerkschaften.

Am 27. Mai 2026 drehte sich alles um Gewerkschaften in der Fachhochschule Mittweida - Fotos: IG Metall

Beate Krämer, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Chemnitz, informiert.

So wurde deutlich, dass Gewerkschaften weit mehr sind als Tarifverhandlungsakteure. Jenny Pollow beschrieb deren Rolle als Interessenvertretung von abhängig Beschäftigten, als gesellschaftspolitische Kraft und als wesentliche Stimme in Fragen der Arbeits- und Sozialpolitik. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Transformation sei es entscheidend, dass Beschäftigte organisiert sind und ihre Interessen kollektiv vertreten.

Sie beleuchtete Tariferfolge der IG Metall und stellte insbesondere die Ergebnisse der Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie 2024 in einen gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Tarifabschlüsse erbringen nicht nur unmittelbare Verbesserungen für die Beschäftigten, sondern haben auch immer Auswirkungen auf ganze Branchen und stärken soziale Standards insgesamt.

Wie sich konkrete Probleme von jungen Menschen in tarifliche Lösungen übersetzen lassen, zeigte Jenny Pollow am Beispiel der Jugendkampagne „Operation Übernahme“ der IG Metall Jugend. Hier ist es gelungen, die Forderung nach sicheren Perspektiven für Auszubildende durch gemeinsames Handeln durchzusetzen. Die Kampagne stehe exemplarisch dafür, dass mit Engagement und Zusammenhalt die individuellen Arbeits- und Lebensbedingungen verbessert werden können und so Einfluss auf gesellschaftliche Spannungsfelder genommen werden kann.

Auch die Region Südwestsachsen spielte im Gastvortrag eine wichtige Rolle. Die industriepolitische Ausrichtung IG Metall Chemnitz mit der Zukunftskonferenz treibt die Vernetzung von Betrieben, Politik und Gesellschaft voran. Ziel ist es, Industriearbeitsplätze zu sichern und die Transformation aktiv zu gestalten.

Im Anschluss beantworteten Jugendsekretär Philip Salomon und Gewerkschaftssekretärin Beate Krämer die Fragen der Studierenden. Sie gaben Einblicke in die tägliche Arbeit der IG Metall Chemnitz und erklärten, wie sich junge Menschen einbringen können.

Den Kontakt zur Hochschule stellte Lena Ahnert vom Leitungskollektiv des Ortsjugendausschusses Chemnitz her. Sie informierte zum Abschluss über das Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung. Das Programm unterstützt Studierende, die sich fachlich und gesellschaftlich engagieren.

Informationen zum Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung hier im Link

 

Von: ps-bk

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