IG Metall Aktionstag Automobilindustrie

VW-Beschäftigte und Beschäftigte aus Betrieben der Region protestieren im Rahmen des bundesweiten Aktionstages

21.09.2026 | Mit einer Aktion um 9.00 Uhr protestierten rund 1.000 Beschäftigte des Volkswagen Motorenwerks Chemnitz gemeinsam mit Beschäftigten aus Betrieben der Region im Rahmen des bundesweiten Aktionstages der IG Metall unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“. Im Laufe des Tages finden in rund 100 Geschäftsstellen bundesweit mehr als 280 Aktionen statt.

Aktionstag Automobil am 21. September - Alle Fotos: IG Metall

Angesichts der koordinierten Angriffe der Arbeitgeber auf Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Automobilindustrie ruft die IG Metall zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Zehntausende Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern setzen am 21. September ein Protestzeichen für die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland.

Tausende Beschäftigte demonstrieren in über 50 Betrieben heute in Berlin, Brandenburg und Sachsen am heutigen IG Metall-Aktionstag gegen den Kahlschlag in der Autoindustrie. IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto machte am Morgen in Chemnitz klar: „Überdeutlich haben die Beschäftigten klar gemacht, dass die Angriffe auf ihre Werke und Arbeitsplätze aufhören müssen. Wir fordern von Arbeitgebern und Politik eine Kehrtwende für eine Zukunft der Autoindustrie.“

In seiner Rede sagte er: „Zehntausende Arbeitsplätze sind bereits vernichtet. In zahlreichen Betrieben treibt die Kolleginnen und Kollegen der Autowerke und Zulieferer die Sorge um ihre Zukunft um. Mit den Aktionen überall in unserer Region und in ganz Deutschland senden die Beschäftigten sehr laut und sehr klar die Botschaft aus: Jetzt reicht´s! Jahrelang haben die Manager die Trends in der E-Mobilität, Digitalisierung und Batterietechnik verschlafen. Jetzt wollen sie ihre Belegschaften dafür bezahlen lassen. Das lassen wir nicht zu. Wir fordern Investitionen in die Zukunft, Innovationen und Qualifizierung. Es muss Schluss sein mit Kahlschlag, Standortschließungen und Verlagerungen.“

Olaf Glöckner, Betriebsratsvorsitzender im Volkswagen Motorenwerk, betonte, dass gemeinsam ein sehr lautes und deutliches Signal in Richtung Unternehmen und Politik gesendet wurde. „Wir können es uns nicht gefallen lassen, wie gerade mit uns und unseren Familien und den Regionen umgegangen wird. Zusammenhalt ist unsere Marke und unsere Stärke!“

Forderungen an die Arbeitgeber:

  • Zukunftsprodukte für unsere Werke!
  • Investitionen in Standorte statt Geldregen für Aktionäre!
  • Finger weg von der Arbeitszeit!
  • Sparen im Unternehmen? Ja, bitte: bei Management, Produktdschungel und Bürokratie!

Forderungen an die Politik:

  • Mehr Handelsschutz und Local Content! Wer hier verkauft, muss hier produzieren!
  • Stromkosten senken und Bürokratie abbauen!
  • Finanzhilfe für Zulieferer im Umbau!
  • Zukunft für Hybridantriebe & Zölle auf importierte Dumping-Autos!
  • Mehr Förderung für die Schlüsselindustrien der Zukunft!
  • Keine Abschaffung der Block-Altersteilzeit mitten im Umbau!

„Gemeinsam machen wir Druck für eine aktive Industriepolitik und den Erhalt guter industrieller Arbeitsplätze“, so Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz. „Wir halten zusammen: Für unsere Arbeitsplätze. Für unsere Region. Für unsere Zukunft!“

In den vergangenen Wochen haben die Kolleginnen und Kollegen des Volkswagen Motorenwerks Chemnitz mit großem Engagement mehr als 1.000 Unterschriften für eine Zukunftsperspektive des Volkswagen Motorenwerks Chemnitz gesammelt.

Bereits am Samstagabend, 19. September 2026, setzten die Vertrauensleute der IG Metall Chemnitz am Abend ihres Vertrauensleute-Kongresses ein starkes Zeichen mit einer Licht-Installation am „Nischel“ in Chemnitz. 

Zum Video vom Aktionstag auf Youtube: 

Von: aw

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