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Qualifizierung als Schlüssel für Beschäftigungssicherung in der Transformation

24.09.2026 | Wie können Beschäftigung und gute Arbeit in Zeiten tiefgreifender Veränderungen gesichert werden? Welche Kompetenzen werden künftig gebraucht und wie können Unternehmen sowie Betriebsräte Qualifizierung strategisch nutzen? Dies waren die zentralen Fragen, die am 23. September auf der Veranstaltung „Qualifizierung wohin? Veränderungen und Beschäftigungssicherung aktiv gestalten“ diskutiert wurden, zu der die ITAS-Initiative, die IG Metall Chemnitz und die Agentur für Arbeit Chemnitz eingeladen haben.

„Qualifizierung wohin? Veränderungen und Beschäftigungssicherung aktiv gestalten“ am 23. September 2026 - Alle Fotos: IG Metall

Tim Böttger (Betriebsratsmitglied und Sprecher Bildungsausschuss Volkswagen Sachsen GmbH Werk Chemnitz)

Prof. Holger Naduschewski (Honorarprofessor der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ)

Kay Tröger (Fachinformationszentrum Zuwanderung) - Alle Fotos: IG Metall

Christian Christen (Transformationsnetzwerk ReTraNetz)

Sissy Morgenroth (f-bib)

Anja Wicklein (Agentur für Arbeit Chemnitz)

Die Automobilindustrie steht unter erheblichem Veränderungsdruck. Transformation, neue Technologien, konjunkturelle Unsicherheiten und der Wandel von Geschäftsmodellen stellen Unternehmen und Beschäftigte vor große Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für Qualifizierung, Personalentwicklung und Beschäftigungssicherung. Die Veranstaltung bringt Betriebsräte, Personalverantwortliche und Expertinnen und Experten zusammen, um über konkrete Lösungsansätze und praktische Erfahrungen zu diskutieren.

Zum Auftakt begrüßte Tim Böttger, Betriebsratsmitglied und Sprecher des Bildungsausschusses der Volkswagen Sachsen am Standort Chemnitz, die Teilnehmenden. Einen Blick auf die Anforderungen von morgen warf Prof. Holger Naduschewski von der Westsächsischen Hochschule Zwickau. In seinem Beitrag „Zukunftsfelder und -kompetenzen für morgen“ zeigte er auf, welche technologischen Entwicklungen die industrielle Arbeitswelt prägen werden und welche Kompetenzen Beschäftigte künftig benötigen, um den Wandel erfolgreich mitzugestalten.

Im Anschluss stand die Situation in den Betrieben selbst im Mittelpunkt. In einer Bestandsaufnahme tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, welche Qualifizierungsmaßnahmen bereits umgesetzt werden, wo Herausforderungen liegen und welche Unterstützungsbedarfe bestehen.

Welche Chancen und Herausforderungen sich aus der Qualifizierungsoffensive für Beschäftigte und Unternehmen ergeben, erläuterte Anja Wicklein von der Agentur für Arbeit Chemnitz. Dabei ging es insbesondere um Fördermöglichkeiten, Weiterbildungsangebote und Instrumente, mit denen Unternehmen ihre Fachkräfte für die Anforderungen der Transformation fit machen können.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Fachkräftesicherung. Kay Tröger vom Fachinformationszentrum Zuwanderung widmete sich der Frage, welche Rolle die Anerkennung ausländischer Qualifikationen künftig spielen wird. Sein Fazit: Die erfolgreiche Integration und Anerkennung beruflicher Abschlüsse aus dem Ausland ist ein wichtiger Baustein, um den Fachkräftebedarf in der Region zu decken.

Praxisnahe Ansätze für die betriebliche Entwicklung stellte Christian Christen vom Transformationsnetzwerk ReTraNetz vor. Unter dem Titel „Qualifizierungscheck“ präsentierte er ein Workshop-Verfahren zur Kompetenz-, Personal- und Organisationsentwicklung. Das Instrument unterstützt Unternehmen dabei, Qualifizierungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und strategisch auf zukünftige Anforderungen auszurichten.

Im abschließenden Teil der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden konkrete betriebliche Handlungs- und Lösungsansätze. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Betriebsräte und Unternehmen Qualifizierung gezielt als Instrument der Beschäftigungssicherung nutzen können und welche Schritte notwendig sind, um den Wandel aktiv zu gestalten.

Die Veranstaltung macht deutlich: Beschäftigungssicherung und Qualifizierung gehören untrennbar zusammen. Wer heute in Kompetenzen investiert, schafft die Voraussetzungen dafür, dass Beschäftigte auch morgen gute Perspektiven in der Region und in der Industrie haben. Den Abschluss bildete ein Rundgang durch das Volkswagen Motorenwerk Chemnitz, bei dem die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Produktionsprozesse und Herausforderungen der industriellen Transformation erhielten.

Von: dm

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