IG Metall Chemnitz
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22.06.2021, 23:06 Uhr

Trommeln für eine Zukunft in Freiberg

Noch einmal Warnstreik bei Mahle …

  • 06.05.2021
  • Aktuelles, Bildergalerie

Die Metallerinnen und Metaller von MAHLE Industrial Thermal Systems GmbH & Co. KG legten Donnerstag für drei Stunden wieder den gesamten Betrieb lahm. Vor den Ein- und Ausfahrtschranke zierten weiße Sitzkartons die kurze Straße zum Werksgelände. Dort loderte bereits die Feuerschale. Sie ist das Symbol des Kampfes der Metallerinnen und Metaller bei Mahle.

Bilder: IG Metall

Ab 13 Uhr kam die Frühschicht aus dem Betrieb und die Sitzkartons füllten sich schnell. Die wenigen freien Plätze füllten sich schnell mit den Kolleginnen und Kollegen der Spätschicht. Die waren heute extra früh angereist. Solange das Feuer lodert, kämpfen sie gemeinsam für ihren Tarifvertrag und solange das Feuer brennt, kämpfen sie um ihren Standort in Freiberg.

Die Kolleginnen und Kollegen kamen wieder mit viel Wut im Bauch zum Warnstreik. Sie hatten auch wieder das T-Shirt mit Aufschrift: „Verantwortung kündigt man nicht!“ angezogen. Wut hatten sie insbesondere auf die Geschäftsführung aus Stuttgart. Ein vom Betriebsrat initiiertes Alternativkonzept wurde gefühlt mit einem Handstrich vom Tisch gewischt.

„Wo ist der Pioniergeist der Firma Mahle geblieben? Zum 100-jährigen Firmenjubiläum im vergangenen Jahr hatte man diesen noch gefeiert. Heute bekommt man eine Alternative zur Schließung von der Belegschaft aufgezeigt und ignoriert sie einfach. Wo ist dieser Pioniergeist der Firmengründer nur geblieben?“, fragte Mario John, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz.

Der sächsische Arbeitgeberverband verweigert in dieser Tarifrunde das tarifliche Angleichungsgeld mit dem Verweis auf den hiesigen Standortvorteil und das Stuttgarter Management will den Standort schließen, weil man in angeblich mit den Produkten in Freiberg nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Irgendwie passt das nicht zusammen. Das klingt ungerecht. Und dort wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. So sehen es auch die 82 Beschäftigten von Mahle in Freiberg und machen weiter Druck für die Rettung ihres Standortes. Das Plakat „Finger weg von unserem Standort“ prangte heute, wie immer bei den jüngsten Aktionen, wieder am Zaun.

So wurde heute Herr Hübsch, Geschäftsführer aus Stuttgart, so ganz nebenbei bei der Einfahrt ins Freiberger Werk erinnert, wo er am besten die Finger weglässt.  Diese freundliche Erinnerung war passend zu den 15 Uhr angesetzten Gesprächen mit dem Betriebsrat gedacht.

Mit ihrer tollen Aktion verfolgten die Beschäftigten von MAHLE weiter ihr klares Ziel.

Mahle muss in Freiberg bleiben! Wer das nicht begreift, wird uns noch oft in Aktion in der Ahornstraße sehen. Wenn laut Website von Mahle „Mensch und Umwelt“ im Vordergrund stehen sollen, dann haben sie in Freiberg die allergrößte Chance beides auch zu beweisen.

„Verantwortung kündigt man nicht! Verantwortung übernimmt man!“, ergänzt John.