Tarifbindung bei Flender

Haustarifvertrag und Zukunftstarifvertrag bei Flender in Penig abgeschlossen

18.08.2026 | Der Antriebshersteller Flender und die IG Metall haben erstmals einen Haustarifvertrag sowie einen Zukunftstarifvertrag für den Standort Penig abgeschlossen. Die Vereinbarung schafft tarifliche Regelungen für die Beschäftigten und sichert die Zukunft des Standortes bis zum Jahr 2030. Nach mehrmonatigen Verhandlungen konnten sich Flender und die IG Metall auf ein umfassendes Tarifpaket verständigen.

Foto: Jelca Kollatsch

Die abgeschlossenen Tarifverträge regeln sowohl die Entgeltbedingungen als auch wichtige Zukunftsfragen für den Standort Penig. Für die Standorte von Flender in Nordrhein-Westfalen gelten schon seit Februar 2026 die Regelungen eines Zukunftstarifvertrags.

Der Zukunftstarifvertrag enthält für seine gesamte Laufzeit bis zum Jahr 2030 die Zusage des Unternehmens, den Standort Penig zu erhalten. Darüber hinaus können betriebsbedingte Beendigungskündigungen während der Laufzeit des Tarifvertrages nur mit Zustimmung der IG Metall ausgesprochen werden. Bestandteil des Vertrags sind zudem Investitionen von Flender in den Standort und der Aufbau einer eigenen Ausbildungswerkstatt im Werk. Damit werden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und die Qualifizierung des Fachkräftenachwuchses nachhaltig zu stärken.

„Mit dem Haustarifvertrag bei Flender in Penig ist ein wichtiges Stück Zukunft für die Beschäftigten und den Industriestandort der Region gesichert worden. Wo gestern noch ein weißer Fleck auf der tariflichen Landkarte war, gelten heute verbindliche Standards für gute Arbeit. Dieser Abschluss hat damit eine Bedeutung, die weit über das Unternehmen hinausreicht. Er zeigt, dass Tarifbindung auch in der Region Chemnitz und Mittelsachsen die richtige Antwort auf Fachkräftesicherung, faire Entlohnung und nachhaltige industrielle Entwicklung ist“, erklärte Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz.

Lars Nagorka, Betriebsratsvorsitzender der Flender Industriegetriebe, betonte: „Wir freuen uns sehr, dass der Abschluss des Haustarifvertrags gelungen ist. Gerade in der derzeit angespannten Lage des Wirtschaftsstandorts Deutschland ist das ein sehr positives Signal an unsere Belegschaft und für die ganze Region. Die Standortzusage sichert Arbeitsplätze und mit der neuen Ausbildungswerkstatt können wir junge Fachkräfte zukunftsorientiert ausbilden und eine Perspektive bieten. Mit den zugesagten Investitionen blicken wir positiv in die Zukunft.“

Ingo Hanemann, Zweiter Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz, erläuterte, dass die Kolleginnen und Kollegen bei Flender sich im Jahr 2025 entschieden haben, sich in der IG Metall zu organisieren, um auch am Standort Penig Tarifverträge durchzusetzen. „Innerhalb weniger Monate sind sehr viele Beschäftigte Mitglied der IG Metall geworden. Diese starke Unterstützung und der große Zusammenhalt der Belegschaft haben es ermöglicht, erstmals Tarifverträge für den Standort abzuschließen."

Mit dem Abschluss der Tarifverträge werden die Arbeits- und Entgeltbedingungen auf eine verlässliche tarifliche Grundlage gestellt und zugleich wichtige Perspektiven für die langfristige Entwicklung des Standortes geschaffen.

Hintergrund:

Flender ist ein führender, technologiegetriebener Anbieter von Antriebslösungen, der weltweit höchste Qualität, Leistungsfähigkeit und Innovationen liefert. Die Tochtergesellschaft Flender Industriegetriebe GmbH in Penig ist ein traditionsreicher Getriebehersteller und Maschinenbaubetrieb, der auf eine über 150-jährige Industrie- und Handwerksgeschichte am Standort Penig zurückblickt.

Rund 500 Beschäftigte entwickeln, produzieren und montieren Zahnradgetriebe und industrielle Antriebslösungen für Schlüsselindustrien wie Mineralien und Rohstoffverarbeitung, Zement, Energieerzeugung, Kunststoff und Gummi und Metallverarbeitung. Flender gehörte bis 2020 zu Siemens, wurde dann von dem Finanzinvestor Carlyle gekauft. Voraussichtlich im Herbst 2026 wird das Unternehmen an den Finanzinvestor Triton verkauft.

Von: aw

Unsere Social Media Kanäle