03.02.2026 | Am 3. Februar trafen sich die Delegierten der IG Metall Chemnitz, um gemeinsam auf das kommende Gewerkschaftsjahr zu blicken. Im Herbst wird eine spannende Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie erwartet. Dazu finden zahlreiche Haustarifrunden in der Region statt. Spannend waren die Einblicke aus vier Betrieben der Region. Verabschiedet wurde nach ausgiebiger Diskussion die Chemnitzer Erklärung, ein industriepolitisches Papier.
Der Jahresabschluss, den Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz, vorstellte, zeigte eine gut gefüllte Ortskasse. Die Lage der Geschäftsstelle bleibt weiterhin stabil. Durch Ansprache-Aktionen im Januar konnten zahlreiche neue Mitglieder gewonnen werden.
Schwerpunkte 2026
Eine beteiligungsorientierte Tarifpolitik, Ausbau und Qualfikation der gewerkschaftlichen Struktur im Betrieb, Ausweitung und Intensivierung von Ansprache-Aktionen und bei der Jugend: Tariferfolge nutzen, umfassende Begrüßungsrunden - sind die vier großen Themen für das Jahr 2026. Der Geschäftsstellenprozess für Aktive wird Themen aus der Tarifpolitik transportieren, dafür sind vier Termine geplant. Von März bis Mai finden die Betriebsratswahlen statt. Dazu bietet die Geschäftsstelle zahlreiche Aktionen und Unterstützung an. Termine wie Frauentagskino, Azubi-Camp und mehr werden in Kürze auf der Homepage unter TERMINE veröffentlicht.
Markt der Möglichkeiten
Spannend waren die Präsentationen der Aktiven bei Flender, IAV, Pulsotronic und ACPS. Die Delegierten konnten sich in kleinen Gruppen bei den Kolleginnen und Kollegen erklären lassen, welche Aktionen durchgeführt wurden und wie die Lage derzeit im Betrieb ist. Ingo Hanemann, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz, betonte, dass das Team der Geschäftsstelle alle interessierten Kolleginnen und Kollegen bei Ansprache-Aktionen im Rahmen der Betriebsratswahlen und bei Tarifrunden sehr gerne unterstützen werde.
Das Thema Qualifikation findet in diesem Jahr mit Veranstaltungen wie BR-Tagung, Neumitglieder-Empfang, Sommerakademie für JAV, VL- Brunch und mehr statt.
Die Kolleginnen und Kollegen von Volkswagen berichteten von der Einführung der 35-Stundenwoche, der Entgeltanpassung und ihrem intensiven Wahlkampf für die Betriebsratswahl im März. Weitere Berichte gab es von den Kolleginnen und Kollegen bei Koki und über den Tariferfolg bei Pulsotronic.
Industriepolitisches Papier
Chemnitzer Erklärung heißt das Industriepolitische Papier, das Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz, vorstellte. Ziel ist es, eine zukunftsfähige Industrieregion zu gestalten. Dafür braucht es Innovation, Zusammenhalt und Wettbewerbsfähigkeit für eine lebenswerte Industrieregion Chemnitz. Dazu gehört, dass sich die High-Tech Branche mit Fokus auf Maschinenbau, Mikroelektronik, smarte Textilien und Software bzw. Digitalwirtschaft gut entwickelt. Aber das geht nur mit einer soziale und demokratischen Transformation, also mehr Mitbestimmung, sicheren Arbeitsplätzen und sozialen Innovationen als Basis nachhaltiger Entwicklung. "Wirtschaftliche Stärke und gesellschaftliche Verantwortung als Modell nachhaltiger Industrie, ist unser strategischer Handlungsauftrag", erklärte Eddie Kruppa.
Die Chemnitzer Erklärung wurde positiv angenommen, wird nun weiter diskutiert und im März bei einer Zukunftskonferenz im Industriemuseum vorgestellt. Die Delegierten nutzten den ausklingenden Abend zum Austausch und zur weiteren Vernetzung.
Die Delegiertenversammlung einer Geschäftsstelle der IG Metall wird auch Parlament der Arbeit genannt. Sie entlasten die Geschäftsführung einer Geschäftsstelle und diskutieren über Themen aus den Betrieben, Tarifpolitik, Planungen der Geschäftsstelle und mehr.