Parlament der Arbeit

Delegierte diskutieren über Industriepolitik

11.06.2026 | Am 10. Juni diskutierten die Delegierten der IG Metall Chemnitz über die industriepolitischen Herausforderungen und Perspektiven für eine zukunftsfähige Region Südwestsachsen. Als Gast begrüßten sie den Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze. Zudem stellte das Team der Initiative Transformation Automobilregion Südwestsachsen (ITAS) seine Arbeit vor und kündigte an, in den kommenden Wochen verstärkt den Austausch mit Betriebsräten der Region zu suchen.

Oberbürgermeister Sven Schulze zu Gast bei der IG Metall Chemnitz - Fotos: IG Metall

Daniel Menning, ITAS-Team

„Das gemeinsame Ziel ist klar: eine lebenswerte und zukunftsfähige Industrieregion. Dafür braucht es Innovation, Zusammenhalt und Wettbewerbsfähigkeit“, so Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz. Gemeinsam mit den Delegierten blickte er zurück auf die Zukunftskonferenz im März. Dort wurden die Weichen gestellt, um gemeinsam die Chancen des industriellen Wandels zu nutzen. Der Austausch mit Politik, Wissenschaft, Industriebetrieben und IG Metall habe zahlreiche Gespräche angestoßen, die bereits heute wichtige Impulse liefern.

In diesem Zusammenhang stellte Eddie Kruppa den Masterplan Südwestsachsen vor. Die strategische Zukunftsinitiative verfolgt das Ziel, den tiefgreifenden Strukturwandel der Region aktiv zu gestalten. Als einer von fünf kommunalen Partnern arbeitet auch die Stadt Chemnitz daran gestaltend mit.

Oberbürgermeister Sven Schulze bedankte sich bei den Delegierten für die Einladung und betonte, dass wir die Transformation als Chance verstehen sollten. Schließlich habe Chemnitz eine starke industrielle Basis, die gemeinsam weiterentwickelt werden kann. Schulze betonte, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften wichtig sei und wie entscheidend es sei, dass alle in der Gemeinschaft in Südwestsachsen zusammen an Zukunftsprojekten arbeiten .

Anschließend diskutierten die Delegierten die aktuelle Situation in den Betrieben der Region. Weiterhin angespannt bleibt die Lage beim Entwicklungsdienstleister IAV in Stollberg. Zwar ist der Standort derzeit nicht unmittelbar gefährdet, die Geschäftsführung fordert jedoch weiterhin weitreichende Einschnitte. So soll unter anderem die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden erhöht und der Urlaubsanspruch von 30 auf 25 Tage reduziert werden. Rückenwind erhält die Belegschaft durch die wachsende Zahl von Beschäftigten, die sich in der IG Metall organisieren.

Über ihre aktuelle Arbeit informierte zudem die Initiative Transformation Automobilregion Südwestsachsen (ITAS). Das Team arbeitet derzeit an einem umfassenden Lagebild der Region, aus dem konkrete betriebliche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden sollen. „Agieren statt reagieren“ lautet dabei das Motto. Ziel ist es, die Automobilregion Südwestsachsen zu stärken. Dazu unterstützt ITAS betriebliche Zukunftsinitiativen, bietet Qualifizierungen an und fördert den Austausch sowie die Vernetzung von Betriebsrätinnen und Betriebsräten. Wer mehr wissen möchte oder Kontakt aufnehmen, bitte hier entlang:

Auch erfolgreiche Tarifabschlüsse standen auf der Tagesordnung. Die Delegierten blickten auf die Tarifverhandlungen beim Logistikpark Stollberg und bei Koki Transmission zurück. „Gemeinsam Stärke im Betrieb aufzubauen, zahlt sich aus“, sagte Kruppa. „Eine gut organisierte Belegschaft kann gemeinsam mit der IG Metall viel erreichen.“

Informiert wurde auch über die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Für die Forderungsdiskussion wird derzeit eine Beschäftigtenbefragung in zahlreichen Betrieben durchgeführt. Thema waren außerdem die erfolgreichen Betriebsratswahlen. Während der Ansprachewoche im Mai waren an fünf Tagen insgesamt 14 Unterstützerinnen und Unterstützer gemeinsam mit dem Team der IG Metall in zwölf Betrieben der Region unterwegs. Dabei konnten zahlreiche Gespräche geführt und neue Mitglieder für die Gewerkschaft gewonnen werden.

 

Philip Salomon, Jugendsekretär der IG Metall Chemnitz, berichtete über die Vorbereitung des Azubicamps vom 14. bis 16. August im Haus Grillensee. Zum Start ins Berufsleben lernen die Auszubildenden dort Betriebsrat sowie die Jugend- und Auszubildendenvertretung kennen. Auf dem Programm stehen Informationen zu Rechten und Pflichten in der Ausbildung, Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Auszubildenden, der Austausch mit dem Ortsjugendausschuss – und natürlich jede Menge Spaß.

Von: aw

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