Bildungszeit in Sachsen

Bildungszeit kommt: Ein guter Schritt für Sachsen!

12.12.2025 | Zur Entscheidung der sächsischen CDU-Landtagsfraktion den Weg freizumachen für einen Rechtsanspruch auf bezahlte Freistellung für Qualifizierung, erklärt Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen:

Aktive der IG Metall Chemnitz setzen Zeichen für Bildungszeit in Sachsen. Alle Fotos IG Metall.

Jan Otto Bezirksleiter IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen

„Bei Bildung gibt’s keine zwei Meinungen: Wir brauchen mehr – und sie muss für alle erreichbar sein. Ich begrüße sehr, dass die CDU einer Blockade bei der Bildungszeit nun eine Absage erteilt hat. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und die großen gesellschaftlichen Herausforderungen ist klar: Wir brauchen mehr Menschen, die sich weiterbilden und qualifizieren. Und das heißt nicht nur beruflich, sondern auch politisch und fürs Ehrenamt. Dass Kolleginnen und Kollegen im Freistaat – neben Bayern – bisher Urlaub nehmen mussten, um sich für ihren Dienst an der Gesellschaft fit zu machen, gehört bald endlich der Vergangenheit an. Ein guter Schritt für Sachsen!“

Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz, berichtete beim Geschäftsstellenprozess am 10. Dezember von den 2.000 Briefen, die von den Metallerinnen und Metallern aus Chemnitz an die CDU-Landtagsabgeordneten geschickt worden waren, als bekannt wurde, dass die CDU nicht an den Koalitionsvertrag halten wollte. "Jetzt haben wir drei Tage Qualifizierungszeit. Es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Und es wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht wir mit unserem Engagement diese Briefe geschickt hätten und mit Aktionen nicht nachgelassen haben, für die Bildungszeit einzutreten. Wir sind nicht wirkungslos. Wir können etwas erreichen, wenn wir uns ein Herz fassen und auf die Leute zugehen. Wenn wir die Menschen emotional erreichen und überzeugen, schaffen wir es, etwas zu bewirken."

Berichterstattung:

Freie Presse, 11. Dezember 2025

mdr, 11. Dezember 2025 - mit Hörfunkmeldung

Hintergrund:

Das Bündnis „5 Tage Bildungszeit für Sachsen“, an dem sich auch die DGB-Gewerkschaften beteiligen, hat sich seit Jahren für einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungszeit im Freistaat eingesetzt. An Unterschriftensammlungen zu einem Volksantrag beteiligten sind rund 70 Bündnispartner. Mehr als 55.000 Unterschriften wurden gesammelt, woraufhin die Forderung Eingang in den aktuellen Koalitionsvertrag fand.

Lange war offen, ob der vereinbarte Kompromiss von drei Tagen Bestand haben würde. Am Dienstag hat die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag mehrheitlich zugestimmt, den Rechtsanspruch auf drei Tage Bildungszeit ab 2027 wie vorgesehen einzuführen.

Von: rf

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