08.01.2026 | Es war ein harter Arbeitskampf mit 24-Stunden-Warnstreiks, der den Weg zur Angleichung ermöglicht hat. Seit 1. Januar gilt auch für die Beschäftigten im VW Motorenwerk in Chemnitz der Haustarifvertrag II in vollem Umfang. Es brauchte mehrere Tarifrunden, bis 2021 ein Rahmentarifvertrag geschlossen wurde.
In der ostdeutschen Metallindustrie mussten die Beschäftigten lange 38 statt 35 Stunden wie im Westen arbeiten. Die Angleichung Ost schreitet allerdings voran. Durch die Tarifintegration in die Volkswagen AG wurden die Entgeltgruppen angepasst. Dadurch erhalten viele Kolleginnen und Kollegen in Chemnitz mehrere hundert Euro zusätzlich im Monat.
„Derzeit rufen Arbeitgeber und Politik wieder laut nach niedrigen Arbeitskosten, längeren Arbeitszeiten, Streichung von Feiertagen und mehr. Aber die Beschäftigten sind nicht das Problem. Sie sorgen mit ihrer Arbeit jeden Tag für eine laufende Produktion und damit für Wertschöpfung im Land“, so Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz. „Die Transformation können wir gemeinsam bewältigen, ohne dass die Last auf die Arbeitnehmerseite gewälzt wird.“
Die IG Metall hat mit den Beschäftigten im Osten inzwischen in zahlreichen Betrieben Regelungen zur 35-Stundenwoche erkämpft. Seit 2021 hat die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen gemeinsam mit den Betriebsräten und den Beschäftigten für inzwischen mehr als 85 Prozent der betroffenen Mitglieder in der Metall- und Elektroindustrie die 35-Stundenwoche durchgesetzt. Grundlage ist der Tarifvertrag vom 25. Juni 2021. Darin hat die IG Metall nach einem langen und harten Arbeitskampf mit den Arbeitgeberverbänden in Berlin, Brandenburg und Sachsen einen Rahmen für den Weg zur 35-Stundenwoche vereinbart. Damit ist es möglich, in einzelnen Betrieben mit Betriebsvereinbarungen die Reduzierung der Arbeitszeit bis auf das Westniveau auszuhandeln.
Die 35-Stundenwoche auch in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie ist eine Frage der Gerechtigkeit für die Beschäftigten. Für Betriebe wird sie nun auch zunehmend wichtig, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.