IG Metall Chemnitz
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11.12.2017, 02:12 Uhr

Tarif/ Metall-Elektro

Sachsens Metallarbeitgeber auf Konfrontationskurs

  • 18.11.2017
  • Aktuelles

In der ersten Tarifverhandlung für Sachsens Metall- und Elektroindustrie sind die Arbeitgeber deutlich auf Konfrontationskurs gegangen. Sie lehnten die Forderungen der IG Metall ab und präsentierten einen eigenen Forderungskatalog. In Kürze heißt das: „Die Arbeitgeber fordern, dass wir länger arbeiten für weniger Geld. Darüber hinaus fordern sie eine Einschränkung bestehender Rechte und eine Ausweitung der sachgrundlosen Befristung. Das bedeutet weniger feste und mehr befristete Arbeitsverhältnisse“, sagte Verhandlungsführer Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Tarif 2018 Wir stemmen das! Die Verhandlungskommission der IG Metall für Sachsens Metallindustrie Foto: André Wirsig

Das neueste Flugblatt (von der Seite des Bezirks Berlin, Brandenburg, Sachsen)

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate und Wahloptionen für moderne Arbeitszeitmodelle. Zudem strebt sie eine Verhandlungsverpflichtung über die Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West an.

„27 Jahre nach der deutschen Einheit ist es höchste Zeit, den Prozess einer Angleichung der Wochenarbeitszeit anzugehen“, sagte Höbel.

„Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie arbeiten in einem hohen Maß flexibel, mit größtem Einsatz und hohen Qualifikationen. Da ist es mehr als gerecht, dass die Beschäftigten an den guten Ergebnissen beteiligt werden. In Zeiten der Digitalisierung braucht Flexibilität mehr Verfügbarkeitsrechte für Arbeitnehmer", sagte Höbel.

Die Arbeitgeber fordern weitere Flexibilisierungen bei der Arbeitszeit, kritisierte er. „Anstatt ein zukunftsorientiertes Konzept vorzulegen, verfallen sie in die alte Gutsherren-Mentalität", sagte Höbel. „Wer den Acht-Stunden-Tag abschaffen will, die Ruhezeiten-Regelungen in den Reißwolf werfen möchte, denkt nicht an das Wohl der Menschen.“

Zum Thema Berufsnachwuchs stellte Höbel fest: „Wer seit Jahren in der Branche in Sachsen nicht ausreichend ausbildet, sollte nicht den hausgemachten Fachkräftemangel beklagen. Außerdem wollen viele Frauen aus der Teilzeitfalle raus. Hier wären Potenziale, die die Arbeitgeber heben könnten.“

„Die Arbeitgeber haben die gesellschaftspolitische Verpflichtung, die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur in Sonntagsreden zu beschwören, sondern durch konkretes Handeln in Tarifverträge umzusetzen.“

In der Frage der Tarifbindung werfe der sächsische Metallarbeitgeberverband VSME Nebelkerzen, sagte Olivier Höbel. „Eine Mehrzahl sächsischer Metallbetriebe hat inzwischen einen Tarifvertrag mit der IG Metall direkt ohne Arbeitgeberverband abgeschlossen. Dies ist ein offensichtliches Qualitätsurteil über die Arbeit des Verbandes und nicht über die Tarifautonomie.“ aw/md


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